Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz ist eines der weltweit führenden Zentren für die Erforschung von Polymeren, weicher Materie und nanostrukturierten Materialien. Hier wird an der Zukunft der Materialwissenschaften gearbeitet – von biomedizinischen Implantaten über nachhaltige Kunststoffe bis hin zu fortschrittlicher Elektronik.
Als Wissenschaftsfotografin durfte ich jede Abteilung des Instituts fotografieren – mit dem Ziel, eine Ausstellung in den Fluren des MPI-P zu realisieren. Wie ein solches Großprojekt ablief, welche Herausforderungen es gab und warum Wissenschaftsfotografie hier eine zentrale Rolle spielt, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Warum eine Ausstellung im MPI-P?
Das MPI-P ist nicht nur ein Ort der Forschung, sondern auch ein lebendiger Organismus, in dem verschiedene Disziplinen zusammenarbeiten. Eine Ausstellung in den Fluren soll:
- Besucher:innen, Forscher:innen und Studierende inspirieren und informieren
- Transparenz schaffen: Wie sieht die Arbeit im Institut aus? Welche Themen werden erforscht?
- Identität stärken: Die Ausstellung soll das MPI-P als Innovationsmotor sichtbar machen
- Nachwuchs fördern: Junge Talente sollen sich von der Vielfalt der Polymerforschung begeistern lassen
- Öffentlichkeitsarbeit unterstützen: Bilder aus der Ausstellung können für Websites, Social Media und PR genutzt werden
Doch wie fotografiert man 15 Abteilungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten – von chemischer Synthese über theoretische Modellierung bis hin zu biophysikalischer Forschung – so, dass daraus eine kohärente, ansprechende Ausstellung entsteht?
Vorbereitung: Ein Shooting mit System
Ein solches Projekt erfordert strukturierte Planung. Hier die wichtigsten Schritte:
1. Abstimmung mit dem Institut
Bevor die Kamera auch nur in die Nähe der Labore kam, stand eine detaillierte Abstimmung mit der Öffentlichkeitsarbeit des MPI-P an:
- Ziel der Ausstellung: Soll sie technische Details zeigen oder eher emotional ansprechend sein?
- Zielgruppe: Wer läuft durch die Flure? Studierende, Forscher:innen, Gäste?
- Räumliche Vorgaben: Wo werden die Bilder aufgehängt? Welche Formate sind möglich (z.B. DIN A0, DIN A1, Poster)?
- Sicherheitsregeln: In manchen Laboren gelten Zugangsbeschränkungen oder Sonderregelungen für Fotografie.
2. Konzeptentwicklung: Einheitlichkeit trotz Vielfalt
Das MPI-P besteht aus 15 Abteilungen, die sich mit völlig unterschiedlichen Themen beschäftigen:
- Abteilung für Synthese und Charakterisierung von Polymeren
- Abteilung für Theorie und Simulation
- Abteilung für Biomaterialien
- Abteilung für Elektronische Materialien
- Abteilung für Kolloidchemie
- Abteilung für Nano- und Mikrofluidik
- … und viele mehr
Herausforderung: Wie schafft man eine visuelle Einheit, obwohl die Inhalte so vielfältig sind?
Lösung:
- Einheitlicher Stil: Alle Bilder wurden in hochauflösender Qualität aufgenommen, mit neutralen, aber ansprechenden Farben.
- Wiederkehrende Elemente: Jede Abteilung hat ein eigenes Motiv, aber alle Bilder folgen einem ähnlichen Layout (z.B. gleiche Bildgröße, ähnliche Beleuchtung).
- Storytelling: Die Ausstellung sollte nicht nur Fakten zeigen, sondern auch Geschichten erzählen – z.B. „Wie ein Polymer entsteht“ oder „Wie Theorie und Experiment zusammenhängen“.
3. Equipment: Was braucht man für ein solches Projekt?
Ein Shooting in allen Abteilungen des MPI-P erfordert flexibles und hochwertiges Equipment:
- Kameras:
- Spiegelreflexkamera (Canon EOS R5) für Detailaufnahmen
- Weitwinkelobjektiv für Übersichtsbilder von Laboren und Geräten
- Makroobjektiv für Close-ups von Materialproben und Experimenten
- Beleuchtung:
- LED-Panels für gleichmäßige Ausleuchtung
- Stroboskop-Blitz für hochdynamische Aufnahmen (z.B. von Experimenten in Aktion)
- Reflektoren für weiche Schatten
- Stative und Gimbal für stabile Aufnahmen
- Backup-Ausrüstung (z.B. zusätzliche Akkus, Speicherkarten)
Das Shooting: Von der Synthese bis zur Theorie
Das MPI-P ist ein lebendiges Labor – und das Shooting sollte diese Dynamik einfangen. Hier ein Einblick in die verschiedenen Abteilungen und wie wir sie fotografisch umgesetzt haben:
1. Abteilung für Synthese und Charakterisierung von Polymeren
Hier geht es um die Herstellung und Analyse neuer Polymere.
Motivideen:
- Chemische Reaktionen in Echtzeit (z.B. Polymerisation in einem Reaktor)
- Mikroskopaufnahmen von Polymerstrukturen
- Porträts der Forscher:innen bei der Arbeit mit Reagenzgläsern und Analysegeräten
- Geräte wie NMR-Spektrometer, GPC (Gelpermeationschromatographie) und AFM (Rastersondenmikroskop)
Herausforderung: Viele Reaktionen laufen in geschlossenen Systemen ab – wie fotografiert man etwas, das man nicht direkt sieht?
Lösung:
- Zeitrafferaufnahmen von Farbveränderungen in Reaktionsgemischen
- Close-ups von Polymerproben unter dem Mikroskop
- Porträts, die die menschliche Seite der Forschung zeigen
2. Abteilung für Theorie und Simulation
In dieser Abteilung geht es um mathematische Modelle und Computersimulationen.
Motivideen:
- Visualisierungen von Molekülstrukturen (z.B. 3D-Animationen von Polymerketten)
- Forscher:innen vor ihren Computern mit Simulationen auf den Bildschirmen
- Grafiken und Diagramme, die komplexe Zusammenhänge verständlich machen
- Leere Büros mit Whiteboards voller Formeln (als Symbol für kreative Denkarbeit)
Herausforderung: Wie fotografiert man unsichtbare Prozesse wie Quantenmechanik oder Moleküldynamik?
Lösung:
- Kombination aus echten Bildern und Visualisierungen (z.B. ein Forscher vor einem Bildschirm mit einer Simulation)
- Abstrakte Bilder von Laborumgebungen, die Kreativität und Denkarbeit symbolisieren
3. Abteilung für Biomaterialien
Hier wird an Polymeren für medizinische Anwendungen geforscht – z.B. Implantate, Drug Delivery-Systeme oder Biosensoren.
Motivideen:
- Mikroskopaufnahmen von Zellen auf Polymeroberflächen
- Porträts von Forscher:innen im Labor mit biologischen Proben
- Geräte wie Inkubatoren, Zentrifugen und Zellkulturschränke
- Close-ups von Polymeren, die mit biologischen Materialien beschichtet sind
Herausforderung: Viele Experimente erfordern sterile Bedingungen – wie fotografiert man das?
Lösung:
- Lichtmikroskop-Aufnahmen von Zellen auf Polymeren
- Infrarot- oder Fluoreszenzaufnahmen, um biologische Wechselwirkungen sichtbar zu machen
4. Abteilung für Elektronische Materialien
Forschung an Polymeren für Elektronik, Solarzellen und flexible Displays.
Motivideen:
- Herstellung von Halbleiter-Polymeren in Gloveboxen
- Messgeräte wie Spektrometer und Ellipsometer
- Forscher:innen bei der Charakterisierung von Materialien
- Muster von Polymerfolien mit unterschiedlichen Eigenschaften
Herausforderung: Viele Materialien sind lichtempfindlich – wie vermeidet man Reflexionen?
Lösung:
- Dunkle Laborumgebungen mit gezielter Beleuchtung
- Makroaufnahmen von Oberflächenstrukturen
5. Abteilung für Kolloidchemie
Hier geht es um Nanopartikel, Mizellen und kolloidale Systeme.
Motivideen:
- Elektronenmikroskop-Aufnahmen von Nanopartikeln
- Porträts von Forscher:innen mit Kolloid-Lösungen
- Geräte wie Zentrifugen und Rasterelektronenmikroskope
- Farben und Texturen von kolloidalen Suspensionen
Herausforderung: Wie fotografiert man unsichtbare Nanopartikel?
Lösung:
- Mikroskopaufnahmen mit hoher Vergrößerung
• • Ästhetische Aufnahmen von Farben und Lichtbrechungseffekten
Nachbearbeitung: Vom Rohmaterial zur Ausstellung
Nach dem Shooting folgte die Nachbearbeitung – ein entscheidender Schritt, um aus den Aufnahmen hochwertige, druckfertige Bilder für die Ausstellung zu machen:
- Bildauswahl: Aus über 500 Aufnahmen filterten wir die besten Motive für jede Abteilung.
- Farbanpassung: Jede Abteilung hat ein eigenes Farbkonzept – wir passten die Bilder an, um eine kohärente Ästhetik zu schaffen.
- Retusche:
- Entfernung von unerwünschten Elementen (z.B. Kabel, Messgeräte im Hintergrund)
- Kontrast- und Schärfeanpassung für optimale Druckqualität
- Bildoptimierung für die Ausstellung:
- Hochauflösende Dateien (300 dpi) für großformatigen Druck
- Passende Dateiformate (TIFF für Druck, JPEG für digitale Nutzung)
- SEO-optimierte Dateinamen (z.B. max-planck-institut-polymerforschung-synthese-abteilung.jpg)
Die Ausstellung: Eine Reise durch die Polymerforschung
Das Ziel war erreicht: Eine kohärente, visuell ansprechende Ausstellung für die Flure des MPI-P. Hier ein Überblick über die Struktur und Inhalte:
1. Einleitung: Was sind Polymere?
- Definition von Polymeren und ihren Anwendungsbereichen
- Warum sind Polymere wichtig? (z.B. in Medizin, Elektronik, Nachhaltigkeit)
- Ein Bild eines Polymer-Moleküls als zentrales Motiv
2. Abteilung für Synthese und Charakterisierung
- Motiv: Ein Forscher bei der Polymerisation in einem Reaktor
- Bildunterschrift: „Vom Monomer zum Polymer – die Kunst der Synthese“
- Technische Details: Schema der Polymerisationsreaktion
3. Abteilung für Theorie und Simulation
- Motiv: Ein Forscher vor einem Bildschirm mit Molekülsimulation
- Bildunterschrift: „Wenn Mathematik auf Chemie trifft – die Welt der Simulationen“
- Technische Details: Beispiel einer 3D-Darstellung einer Polymerkette
4. Abteilung für Biomaterialien
- Motiv: Ein Mikroskopbild einer Zelle auf einem Polymer
- Bildunterschrift: „Polymere als Helfer in der Medizin – von Implantaten bis zu Drug Delivery“
- Technische Details: Funktionsweise eines Biosensors
5. Abteilung für Elektronische Materialien
- Motiv: Ein Forscher bei der Charakterisierung einer Polymerfolie
- Bildunterschrift: „Polymere für die Elektronik der Zukunft – flexible Displays und Solarzellen“
- Technische Details: Struktur eines Halbleiter-Polymers
6. Abteilung für Kolloidchemie
- Motiv: Ein elektronenmikroskopisches Bild von Nanopartikeln
- Bildunterschrift: „Nanopartikel – winzig, aber mit großer Wirkung“
- Technische Details: Anwendungen von Kolloiden in der Industrie
7. Abschluss: Die Zukunft der Polymerforschung
- Motiv: Ein Teamfoto aller Abteilungen in einem Labor
- Bildunterschrift: „Gemeinsam forschen wir an den Materialien von morgen“
- Call-to-Action: „Besuchen Sie uns! Weitere Informationen unter [Website des MPI-P]“
Warum solche Ausstellungen wichtig sind
Eine Ausstellung wie diese ist mehr als nur Dekoration. Sie erfüllt mehrere zentrale Funktionen:
- Inspiration für Besucher:innen
- Studierende und Gäste erhalten einen Einblick in die Arbeit des MPI-P
- Sie sehen, welche Technologien hier entwickelt werden und wie Forschung funktioniert
- Stärkung der Institutsidentität
- Die Ausstellung zeigt: Das MPI-P ist ein Ort der Innovation und Kreativität
- Sie schafft ein Gefühl von Zusammengehörigkeit unter den Forscher:innen
- Nachwuchsgewinnung
- Junge Talente können sich für ein Studium oder eine Promotion am MPI-P begeistern
- Die Ausstellung macht Karrierewege in der Polymerforschung sichtbar
- Wissenschaftskommunikation
- Bilder aus der Ausstellung können für Websites, Social Media und PR genutzt werden
- Sie helfen, komplexe Themen verständlich zu vermitteln
- Öffentlichkeitsarbeit
- Die Ausstellung kann bei Tag der offenen Tür, Messen oder Konferenzen gezeigt werden
- Sie macht das MPI-P für Förderer und die Öffentlichkeit sichtbar
Fazit: Wissenschaftsfotografie als Brücke zwischen Forschung und Gesellschaft
Das Shooting im Max-Planck-Institut für Polymerforschung war ein besonderes Projekt – nicht nur wegen der technischen Herausforderungen, sondern auch wegen der Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Die entstandenen Bilder sind mehr als nur Dokumentation: Sie sind Visitenkarten der Forschung, Tools für die Wissenschaftskommunikation und Inspirationsquellen für die nächste Generation.
Wenn auch Sie eine Ausstellung, Website oder PR-Kampagne für Ihre Forschungseinrichtung planen, stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Gemeinsam entwickeln wir ein individuelles Konzept, das Ihre Projekte perfekt in Szene setzt.
Sie planen eine Ausstellung, Website oder PR-Kampagne für Ihre Forschungseinrichtung?
Ich helfe Ihnen gerne, die richtige Herangehensweise zu finden – von der Planung über die Umsetzung bis zur Nachbearbeitung. Kontaktieren Sie mich für ein kostenloses Beratungsgespräch!
📩 Meine Galerie zum Thema Wissenschaftsfotografie: https://wissenschaftsfotografin.de/labore/
📞 Telefon: +49 171 7973781
✉️ E-Mail: info@fotografie-steinbach.de