Eine Frau mit baby auf dem Arm vor einer Tafel mit vielen Namen

Meine Ausstellung für das Elisabeth-Schiemann-Kolleg: Porträts, die Wissenschaftlerinnen sichtbar machen

Das Elisabeth-Schiemann-Kolleg der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist eine einzigartige Initiative zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.

Benannt nach der Pionierin Elisabeth Schiemann – einer der ersten Frauen, die zum Wissenschaftlichen Mitglied der MPG ernannt wurde – setzt sich das Kolleg seit 2012 für mehr Chancengerechtigkeit und Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft ein.

Als Wissenschaftsfotografin hatte ich das Privileg, eine Ausstellung mit Porträts der Schiemann-Kollegiatinnen zu realisieren. Die Bilder wurden erstmals auf der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Kollegs präsentiert und werden nun erweitert und auf der MPG-Jahreshauptversammlung einem breiten Publikum gezeigt. Wie diese Ausstellung entstand, warum sie so wichtig ist und was sie für die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Was ist das Elisabeth-Schiemann-Kolleg?

Das Elisabeth-Schiemann-Kolleg ist eine Initiative der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen nach der Postdoc-Phase. Die Kollegiatinnen – meist am Ende ihrer Postdoc-Zeit oder Beginn ihrer Karriere als Gruppenleiterinnen oder Juniorprofessorinnen – erhalten die Möglichkeit, sich fachübergreifend auszutauschen und ihre wissenschaftliche Laufbahn zu planen.

Ziele des Kollegs:

  • Förderung von Frauen in der Wissenschaft – besonders in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, wo sie noch immer unterrepräsentiert sind
  • Individuelles Mentoring durch erfahrene Wissenschaftler:innen der Max-Planck-Gesellschaft
  • Netzwerkbildung unter den Kollegiatinnen und mit etablierten Forscher:innen
  • Vorbereitung auf Führungspositionen (z.B. Lebenszeitprofessuren, Direktorinnenstellen)

• • Ideelle Unterstützung – das Kolleg bietet keine finanzielle Förderung, sondern strategische und persönliche Begleitung

Wer sind die Kollegiatinnen?

  •  Wissenschaftlerinnen mit herausragenden Leistungen in ihren Fachgebieten
  • Doktorandinnen am Ende ihrer Postdoc-Phase oder Gruppenleiterinnen ohne unbefristete Stelle
  • Exzellenz als Auswahlkriterium – die Kollegiatinnen werden durch eine Kommission aus Max-Planck-Direktor:innen ausgewählt
  • Mitgliedschaft für fünf Jahre – danach scheiden die Kollegiatinnen aus, sofern sie keine unbefristete Stelle antreten

Warum ist das Schiemann-Kolleg so wichtig?

Trotz Fortschritten sind Frauen in leitenden Positionen der Wissenschaft noch immer unterrepräsentiert. Das Schiemann-Kolleg setzt hier an und bietet individuelle Förderung, Netzwerke und Sichtbarkeit – genau dort, wo der Karriereknick für viele Wissenschaftlerinnen beginnt.

Wissenschaftlerin an einem speziellen Mikroskop

Die Ausstellung: Porträts, die Wissenschaftlerinnen sichtbar machen

Die Idee zu dieser Ausstellung entstand aus einer besonderen Verbindung: Das Schiemann-Kolleg steht nicht nur für Förderung und Netzwerk, sondern auch für Sichtbarkeit und Repräsentation. Viele der Kollegiatinnen arbeiten in Bereichen, die oft unsichtbar bleiben – sei es in der Mikrobiologie, Materialforschung, Physik oder Chemie. Ihre Porträts sollten diese Arbeit würdigen und junge Frauen inspirieren, sich ebenfalls für eine wissenschaftliche Laufbahn zu entscheiden.

Wie die Ausstellung entstand

  1. Persönliche Gespräche mit den Kollegiatinnen
    • Ich führte Interviews mit jeder Wissenschaftlerin, um ihre Forschung, Motivation und Karriereziele kennenzulernen.
    • Ziel war es, authentische Porträts zu schaffen, die nicht nur professionell, sondern auch persönlich und nahbar wirken.
  2. Fotografische Umsetzung
    • Hochwertige Porträts mit natürlichem Licht, um die Individuen und ihre Persönlichkeiten in den Vordergrund zu stellen.
    • Hintergründe, die ihre Forschungsbereiche widerspiegeln (z.B. Laborumgebungen, Bücher, wissenschaftliche Symbole).
    • Dokumentation ihrer Arbeitsplätze – sei es im Labor, Büro oder vor einem Whiteboard mit Formeln.
  3. Erweiterung für die Jubiläumsfeier und MPG-Jahreshauptversammlung
    • Die Ausstellung wurde erstmals auf der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Schiemann-Kollegs präsentiert und stieß auf große Resonanz.
    • Für die MPG-Jahreshauptversammlung wurde sie erweitert und umfasst nun mehr Kollegiatinnen sowie zusätzliche Dokumentationen ihrer Forschung.
    • Die Bilder sind druckfertig und hochauflösend – sie eignen sich für Ausstellungen, Websites, Social Media und Printmedien.

Ziel der Ausstellung

  • Sichtbarkeit der Kollegiatinnen und ihrer wissenschaftlichen Leistungen
  • Inspiration für junge Wissenschaftlerinnen, die sich ebenfalls für eine Karriere in der Forschung entscheiden wollen
  • Einblick in die Vielfalt der Forschung am Schiemann-Kolleg – von Quantenphysik bis zur Biochemie
  • Förderung des Netzwerks unter den Kollegiatinnen und der Max-Planck-Gesellschaft
Wissenschaftlerin in einer Wissenschaftsfotografie vor einem Mikroskop in einem Labor

Warum diese Ausstellung wichtig ist

Eine solche Ausstellung ist mehr als nur eine Galerie von Porträts. Sie erfüllt mehrere zentrale Funktionen:

1. Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen

Viele wissenschaftliche Leistungen von Frauen bleiben unsichtbar – sei es in Publikationen, Vorträgen oder Förderanträgen. Porträts wie diese brechen mit dem Klischee, dass Wissenschaft eine „männliche Domäne“ ist.

2. Vorbilder schaffen

Die Kollegiatinnen sind Rollenmodelle für junge Wissenschaftlerinnen, die sich fragen: „Kann ich das auch schaffen?“ Ihre Porträts zeigen: Ja, es gibt sie – die erfolgreichen Frauen in der Forschung!

3. Wissenschaftskommunikation stärken

Die Ausstellung macht komplexe Forschungsthemen für ein breites Publikum verständlich. Sie zeigt:

  • Was wird geforscht? (z.B. neue Materialien, medizinische Innovationen, Klimatechnologien)
  • Wer forscht daran? (die Kollegiatinnen und ihre Teams)
  • Warum ist das wichtig? (gesellschaftlicher Nutzen der Forschung)

4. Netzwerke und Karrieren fördern

Das Schiemann-Kolleg lebt von Vernetzung und Austausch. Die Ausstellung trägt dazu bei, dass die Kollegiatinnen einander und die Max-Planck-Gesellschaft besser kennenlernen – und dass Förderer, Medien und Öffentlichkeit auf ihre Arbeit aufmerksam werden.

5. Nachwuchsgewinnung unterstützen

Junge Frauen, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessieren, können hier sehen:

  • Wie sieht eine Karriere in der Forschung aus?
  • Welche Themen werden aktuell erforscht?
  •  Wie kann ich mich als Wissenschaftlerin vernetzen?
Eine Wissenschaftlerin in einem labor mit vielen kabeln

Die Ausstellung auf der MPG-Jahreshauptversammlung: Ein großer Erfolg

Die MPG-Jahreshauptversammlung ist eines der wichtigsten Events der Max-Planck-Gesellschaft – hier treffen Direktor:innen, Wissenschaftler:innen und Förderer zusammen. Die Ausstellung wurde hier erstmals einem großen, internationalen Publikum präsentiert und sorgte für große Aufmerksamkeit.

Reaktionen und Rückmeldungen

  • Wissenschaftler:innen und Gäste zeigten sich begeistert von der Vielfalt der Porträts und der Authentizität der Bilder.
  • Medienvertreter:innen nutzten die Ausstellung für Interviews und Artikel über das Schiemann-Kolleg.
  • Junge Forscherinnen meldeten sich mit der Frage: „Wie kann ich Teil des Kollegs werden?“
  • Förderer und Alumni lobten die klare Botschaft: Wissenschaft ist vielfältig, inklusiv und zukunftsweisend.

Langfristige Perspektiven

Die Ausstellung wird nicht nur auf der Jahreshauptversammlung gezeigt, sondern soll in weiteren Max-Planck-Instituten, Universitäten und bei öffentlichen Veranstaltungen präsentiert werden. Ziel ist es, das Schiemann-Kolleg und seine Kollegiatinnen noch bekannter zu machen – und mehr junge Frauen für eine Karriere in der Wissenschaft zu begeistern.

Wissenschaftlerin mit einem Pad in der Hand

Fazit: Porträts, die Karrieren sichtbar machen

Diese Ausstellung ist ein Beispiel dafür, wie Fotografie Wissenschaftskommunikation und Karriereförderung verbinden kann. Die Porträts der Schiemann-Kollegiatinnen zeigen nicht nur professionelle Wissenschaftlerinnen, sondern auch Menschen mit Leidenschaft, Neugier und Engagement.

Für mich als Wissenschaftsfotografin war dieses Projekt besonders berührend und wichtig. Es geht darum, unsichtbare Leistungen sichtbar zu machen – und jungen Frauen zu zeigen, dass sie in der Wissenschaft alles erreichen können.

Sie möchten eine Ausstellung, Porträts oder Wissenschaftskommunikation für Ihr Institut oder Projekt?

Ich helfe Ihnen gerne, individuelle Konzepte zu entwickeln – von der Planung über die Umsetzung bis zur Nachbearbeitung. Kontaktieren Sie mich für ein kostenloses Beratungsgespräch!


📞 Telefon: +49 171 7973781
✉️ E-Mail: info@fotografie-steinbach.de

Eine Wissenschaftlerin in einem Labor vor einer großen Aperatur

Blogbeitrag teilen