Das Elisabeth-Schiemann-Kolleg der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist eine einzigartige Initiative zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.
Benannt nach der Pionierin Elisabeth Schiemann – einer der ersten Frauen, die zum Wissenschaftlichen Mitglied der MPG ernannt wurde – setzt sich das Kolleg seit 2012 für mehr Chancengerechtigkeit und Sichtbarkeit von Frauen in der Wissenschaft ein.
Als Wissenschaftsfotografin hatte ich das Privileg, eine Ausstellung mit Porträts der Schiemann-Kollegiatinnen zu realisieren. Die Bilder wurden erstmals auf der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Kollegs präsentiert und werden nun erweitert und auf der MPG-Jahreshauptversammlung in 2027 einem breiten Publikum gezeigt, als auch auf dem ZIA Kongress 2026 in Berlin. Wie diese Ausstellung entstand, warum sie so wichtig ist und was sie für die Sichtbarkeit von Wissenschaftlerinnen bedeutet, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Teamwork
Bei der Konzeption und Umsetzung von der Ausstellung wurde ich von Susanne Milde von Milde Marketing Science Communication unterstützt. Sie begleitet das Projekt in der Kommunikation und Koordination und ist eine wichtige Partnerin bei der Umsetzung der Ausstellung.
Gerade bei einem Projekt, das über die eigentliche fotografische Arbeit hinausgeht, ist ein erfahrenes und kompetentes Team entscheidend. Die Zusammenarbeit ermöglicht es, die fotografischen Arbeiten professionell aufzubereiten und das Projekt auch organisatorisch und kommunikativ erfolgreich weiterzuentwickeln.
Was ist das Elisabeth-Schiemann-Kolleg?
Das Elisabeth-Schiemann-Kolleg ist eine Initiative der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen nach der Postdoc-Phase. Die Kollegiatinnen – meist am Ende ihrer Postdoc-Zeit oder Beginn ihrer Karriere als Gruppenleiterinnen oder Juniorprofessorinnen – erhalten die Möglichkeit, sich fachübergreifend auszutauschen und ihre wissenschaftliche Laufbahn zu planen.
Ziele des Kollegs:
- Förderung von Frauen in der Wissenschaft – besonders in den Natur- und Ingenieurwissenschaften, wo sie noch immer unterrepräsentiert sind
- Individuelles Mentoring durch erfahrene Wissenschaftler:innen der Max-Planck-Gesellschaft
- Netzwerkbildung unter den Kollegiatinnen und mit etablierten Forscher:innen
- Vorbereitung auf Führungspositionen (z.B. Lebenszeitprofessuren, Direktorinnenstellen)
• • Ideelle Unterstützung – das Kolleg bietet keine finanzielle Förderung, sondern strategische und persönliche Begleitung
Wer sind die Kollegiatinnen?
- Wissenschaftlerinnen mit herausragenden Leistungen in ihren Fachgebieten
- Doktorandinnen am Ende ihrer Postdoc-Phase oder Gruppenleiterinnen ohne unbefristete Stelle
- Exzellenz als Auswahlkriterium – die Kollegiatinnen werden durch eine Kommission aus Max-Planck-Direktor:innen ausgewählt
- Mitgliedschaft für fünf Jahre – danach scheiden die Kollegiatinnen aus, sofern sie keine unbefristete Stelle antreten
Warum ist das Schiemann-Kolleg so wichtig?
Trotz Fortschritten sind Frauen in leitenden Positionen der Wissenschaft noch immer unterrepräsentiert. Das Schiemann-Kolleg setzt hier an und bietet individuelle Förderung, Netzwerke und Sichtbarkeit – genau dort, wo der Karriereknick für viele Wissenschaftlerinnen beginnt.
Die Ausstellung: Porträts, die Wissenschaftlerinnen sichtbar machen
Die Idee zu dieser Ausstellung entstand aus einer besonderen Verbindung: Das Schiemann-Kolleg steht nicht nur für Förderung und Netzwerk, sondern auch für Sichtbarkeit und Repräsentation. Viele der Kollegiatinnen arbeiten in Bereichen, die oft unsichtbar bleiben – sei es in der Mikrobiologie, Materialforschung, Physik oder Chemie. Ihre Porträts sollten diese Arbeit würdigen und junge Frauen inspirieren, sich ebenfalls für eine wissenschaftliche Laufbahn zu entscheiden.
Wie die Ausstellung entstand
- Persönliche Gespräche mit den Kollegiatinnen
- Ich führte Interviews mit jeder Wissenschaftlerin, um ihre Forschung, Motivation und Karriereziele kennenzulernen.
- Ziel war es, authentische Porträts zu schaffen, die nicht nur professionell, sondern auch persönlich und nahbar wirken.
- Fotografische Umsetzung
- Hochwertige Porträts mit natürlichem Licht, um die Individuen und ihre Persönlichkeiten in den Vordergrund zu stellen.
- Hintergründe, die ihre Forschungsbereiche widerspiegeln (z.B. Laborumgebungen, Bücher, wissenschaftliche Symbole).
- Dokumentation ihrer Arbeitsplätze – sei es im Labor, Büro oder vor einem Whiteboard mit Formeln.
- Erweiterung für die Jubiläumsfeier und MPG-Jahreshauptversammlung
- Die Ausstellung wurde erstmals auf der 10-jährigen Jubiläumsfeier des Schiemann-Kollegs präsentiert und stieß auf große Resonanz.
- Für die MPG-Jahreshauptversammlung wurde sie erweitert und umfasst nun mehr Kollegiatinnen sowie zusätzliche Dokumentationen ihrer Forschung.
- Die Bilder sind druckfertig und hochauflösend – sie eignen sich für Ausstellungen, Websites, Social Media und Printmedien.
Ziel der Ausstellung
- Sichtbarkeit der Kollegiatinnen und ihrer wissenschaftlichen Leistungen
- Inspiration für junge Wissenschaftlerinnen, die sich ebenfalls für eine Karriere in der Forschung entscheiden wollen
- Einblick in die Vielfalt der Forschung am Schiemann-Kolleg – von Quantenphysik bis zur Biochemie
- Förderung des Netzwerks unter den Kollegiatinnen und der Max-Planck-Gesellschaft
Warum diese Ausstellung wichtig ist
Eine solche Ausstellung ist mehr als nur eine Galerie von Porträts. Sie erfüllt mehrere zentrale Funktionen:
1. Frauen in der Wissenschaft sichtbar machen
Viele wissenschaftliche Leistungen von Frauen bleiben unsichtbar – sei es in Publikationen, Vorträgen oder Förderanträgen. Porträts wie diese brechen mit dem Klischee, dass Wissenschaft eine „männliche Domäne“ ist.
2. Vorbilder schaffen
Die Kollegiatinnen sind Rollenmodelle für junge Wissenschaftlerinnen, die sich fragen: „Kann ich das auch schaffen?“ Ihre Porträts zeigen: Ja, es gibt sie – die erfolgreichen Frauen in der Forschung!
3. Wissenschaftskommunikation stärken
Die Ausstellung macht komplexe Forschungsthemen für ein breites Publikum verständlich. Sie zeigt:
- Was wird geforscht? (z.B. neue Materialien, medizinische Innovationen, Klimatechnologien)
- Wer forscht daran? (die Kollegiatinnen und ihre Teams)
- Warum ist das wichtig? (gesellschaftlicher Nutzen der Forschung)
4. Netzwerke und Karrieren fördern
Das Schiemann-Kolleg lebt von Vernetzung und Austausch. Die Ausstellung trägt dazu bei, dass die Kollegiatinnen einander und die Max-Planck-Gesellschaft besser kennenlernen – und dass Förderer, Medien und Öffentlichkeit auf ihre Arbeit aufmerksam werden.
5. Nachwuchsgewinnung unterstützen
Junge Frauen, die sich für eine wissenschaftliche Laufbahn interessieren, können hier sehen:
- Wie sieht eine Karriere in der Forschung aus?
- Welche Themen werden aktuell erforscht?
- Wie kann ich mich als Wissenschaftlerin vernetzen?
Die Ausstellung beim ZIA Kongress 2026 in Berlin
Ein wichtiger nächster Schritt für „Köpfe der Wissenschaft“ ist die Präsentation der Ausstellung auf dem ZIA Kongress 2026 in Berlin.
Der ZIA Kongress bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zusammen. Die Ausstellung bietet damit eine besondere Gelegenheit, die Porträts einem neuen Publikum zu zeigen und die Geschichten hinter den Wissenschaftlerinnen sichtbar zu machen.
Ein besonderer Rahmen
Die Fotografien werden nicht nur als Ausstellung gezeigt. „Köpfe der Wissenschaft“ ist Teil des offiziellen Kongressprogramms. Damit erhält das Projekt Raum, um über die einzelnen Fotografien hinaus auf die Frage aufmerksam zu machen, welche Rolle Sichtbarkeit und Vielfalt in der Wissenschaft spielen.
Für mich ist die Präsentation in Berlin deshalb ein besonderer Meilenstein. Die Ausstellung verlässt den wissenschaftlichen Kontext der einzelnen Forschungseinrichtungen und erreicht ein Publikum, das Wissenschaft aus ganz unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.
Wie es weitergeht
Der ZIA Kongress ist ein weiterer Schritt für „Köpfe der Wissenschaft“. Die Ausstellung soll auch nach Berlin an weiteren Orten gezeigt werden und dazu beitragen, Wissenschaftlerinnen und ihre Arbeit sichtbar zu machen.
Denn wissenschaftliche Leistung braucht nicht nur Forschung und Erkenntnisse. Sie braucht auch Menschen, die gesehen werden.
Und genau diese Menschen möchte „Köpfe der Wissenschaft“ zeigen.
Fazit: Porträts, die Karrieren sichtbar machen
Diese Ausstellung ist ein Beispiel dafür, wie Fotografie Wissenschaftskommunikation und Karriereförderung verbinden kann. Die Porträts der Schiemann-Kollegiatinnen zeigen nicht nur professionelle Wissenschaftlerinnen, sondern auch Menschen mit Leidenschaft, Neugier und Engagement.
Für mich als Wissenschaftsfotografin war dieses Projekt besonders berührend und wichtig. Es geht darum, unsichtbare Leistungen sichtbar zu machen – und jungen Frauen zu zeigen, dass sie in der Wissenschaft alles erreichen können.
Sie möchten eine Ausstellung, Porträts oder Wissenschaftskommunikation für Ihr Institut oder Projekt?
Ich helfe Ihnen gerne, individuelle Konzepte zu entwickeln – von der Planung über die Umsetzung bis zur Nachbearbeitung. Kontaktieren Sie mich für ein kostenloses Beratungsgespräch!
📞 Telefon: +49 171 7973781
✉️ E-Mail: info@fotografie-steinbach.de